Pros und Contras
Pros 4
- Über 14 Jahre Betriebsgeschichte ohne Börsen-Hack
- Halbjährliche Proof-of-Reserves-Audits einer externen Wirtschaftsprüfung, mit Open-Source-Merkle-Verifizierungstool
- SEC-Verfahren wegen nicht registrierter Börse im März 2025 eingestellt
- 600+ Assets, Lightning Network unterstützt, regulierte EU-Tochter
Contras 4
- Vollständige KYC-Pflicht ab dem ersten Dollar — keine anonyme Stufe
- Custodial-Modell: Nutzer halten ihre privaten Schlüssel nicht selbst
- Monero im EWR delistet (Oktober 2024) unter MiCA-Druck
- Kooperiert mit Strafverfolgungs-Vorladungen und Chain-Analysis-Tools
Auf einen Blick 7/7
Vollständiger Test
Kraken ist eine der ältesten und etabliertesten US-Kryptobörsen, 2011 von Jesse Powell in San Francisco gegründet. Die Plattform bietet Spot-, Margin- und Futures-Handel auf über 600 Assets, betreibt eine regulierte Tochter in Europa und hat sich durch regelmäßige Proof-of-Reserves-Audits einen Ruf für Transparenz erarbeitet. Auf NoKYCList erscheint Kraken ausschließlich als Vergleichsmaßstab — für jedes Konto ist eine Ausweisprüfung verpflichtend, was das Gegenteil dessen darstellt, was No-KYC-Nutzer suchen.
Funktionsweise
Nutzer eröffnen ein Konto mit E-Mail und Passwort und müssen dann vor Einzahlung oder Handel die Identitätsprüfung abschließen. Kraken betreibt vier Verifizierungsstufen — Starter, Express (nur USA), Intermediate und Pro — mit jeweils höheren Auszahlungsgrenzen und erweitertem Funktionsumfang. Bereits die Einstiegsstufe Starter verlangt vollständigen Namen, Geburtsdatum, Adresse und amtlichen Lichtbildausweis. Fiat-Einzahlungen per Überweisung, ACH oder SEPA erfordern zusätzlich eine Bankkonto-Verifizierung. Nach der Freischaltung kann über die Standard-Weboberfläche, Kraken Pro (erweiterte Ordertypen) oder per REST-/WebSocket-API gehandelt werden. Das Lightning Network für Bitcoin wird seit April 2023 unterstützt.
KYC & Privatsphäre
Kraken sammelt beim Onboarding einen vollständigen Datensatz: Klarname, Geburtsdatum, Wohnanschrift, Staatsangehörigkeit, amtlicher Ausweis (Reisepass, Führerschein oder Personalausweis), Adressnachweis nicht älter als 90 Tage, Live-Selfie oder kurzes Video, sowie in manchen Fällen Mittelherkunftsnachweise für die Pro-Stufe. Daten werden nach US- und EU-Aufbewahrungspflichten gespeichert, auf gültige Anfrage an FinCEN, IRS und ausländische Aufsichtsbehörden weitergegeben und durch automatisierte Chain-Analysis-Tools ausgewertet. Es gibt keine anonyme Stufe, keinen .onion-Mirror und keine Möglichkeit, die Prüfung zu umgehen.
Stärken und Grenzen
Krakens Stärken liegen im regulatorischen Status und der operativen Historie: über 14 Jahre ohne katastrophalen Börsen-Hack, halbjährliche Proof-of-Reserves-Berichte von einer externen Wirtschaftsprüfung testiert, und ein Open-Source-Merkle-Tree-Tool, mit dem jeder Kunde selbst überprüfen kann, dass sein Guthaben im Audit enthalten war. Die SEC-Klage wegen nicht registrierter Börse wurde im März 2025 fallen gelassen. Datenschutzseitig sind die Grenzen gravierend: vollständige KYC ab dem ersten Dollar, Monero wurde im Oktober 2024 im EWR delistet unter MiCA-Druck, und die Börse kooperiert mit Vorladungen und Sanktionslisten. Die Verwahrung ist zentralisiert — Nutzer halten ihre privaten Schlüssel nicht selbst.
Fazit
Kraken erhält einen NoKYCList-Score von 4,8/10: stark bei Verwahrungstransparenz und Betriebshistorie, doch der obligatorische KYC (L5) begrenzt die Relevanz für datenschutzbewusste Nutzer erheblich. Kraken wird hier als Vergleichsmaßstab gegenüber den im übrigen Verzeichnis gelisteten No-KYC-, trustless- und P2P-Alternativen geführt. Kraken wählen, wenn regulatorische Klarheit und Fiat-Schienen wichtiger sind als Privatsphäre; andernfalls eine anmeldefreie oder non-custodial Alternative bevorzugen.
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